An der Deutschen Schule in Lima, sprechen die Kinder viel Spanisch untereinander

Heute stelle ich Euch Stella vor: Sie ist quasi eine Nachbarin von mir und lebt seit fast 6 Jahren in Peru. Ihre Kinder sind  2 und 5 Jahre alt und sie gehen dort auf die deutsche Schule in Lima.

Wie sie für sich die Schulfrage geklärt hat, erzählt sie uns heute:

In meiner Kindheit habe ich in Deutschland gelebt und habe mit 16 Jahren an einem einjährigen  Schüleraustausch nach Brasilien teilgenommen. Später, nach dem Abi bin ich als Au-Pair ein Jahr nach Italien gegangen und bevor ich in Peru ankam und meinen Mann hier kennenlernte, war ich nochmal in Brasilien.

Gemeinsam haben wir dann eine Zeit in Ecuador und dann in Spanien gelebt. Zuletzt sind wir dann nach Peru gezogen, wo auch meine Kinder geboren sind.

Daher gab es für mich nie eine wirkliche Alternative zu der deutschen Schule „Alexander von Humboldt“. Die Entscheidung haben mein Mann und ich gemeinsam getroffen, ohne Unterstützung von anderen. Allerdings war für mich von Anfang an nur diese Schule eine Option.

Schule Who are we

Warum habt Ihr Euch für genau diese eine Schule entschieden?

 

Ich möchte für meine Kinder die Möglichkeit haben, dass sie  jederzeit auch in Deutschland auf eine Schule gehen können bzw. später vielleicht auch dort studieren. Hierfür ist ein deutsches Abitur sehr hilfreich und dieses bietet nur unsere jetzige Schule an.

Meine Kinder sind beide bilingual aufgewachsen. Mein Sohn hat zwar spät angefangen zu sprechen, dann jedoch gleich auf Deutsch und in Spanisch gesprochen. Er ging vor der Schule zwar in einen peruanischen Kindergarten, aber hier wurde auf Deutsch mit den Kindern gearbeitet. In der Alexander von Humboldt Schule wird nun in erster Linie Deutsch gesprochen. So hat sich sein Deutsch deutlich verbessert. Unter den Kindern wird allerdings viel Spanisch gesprochen, was jedoch für uns keine Schwierigkeiten bedeutet. Meine Tochter geht noch in den Kindergarten. Sie spricht fließend Spanisch und langsam auch immer mehr Deutsch.

Die Schule ist angeblich eine Non-Profit School. Die Anlagen sind sehr schön und es gibt beispielsweise ein modernes Schwimmbad und vieles mehr. Allerdings sind die Schulgebühren auch sehr hoch. Die Klassengrösse liegt bei 20 Schülern.

Musstet ihr auf einen Platz warten? Gibt es Wartelisten?

 

Nein, da meine Kinder deutsche Staatsangehörige sind haben sie relativ problemlos einen Platz bekommen. Aber es gibt so viele Bewerber, dass viele Kinder ohne deutschen Hintergrund nicht aufgenommen werden.

Ich finde allerdings die „Vorschule“ schon deutlich zu verschult im Vergleich zu den deutschen Kindergärten. Es gibt jeden Nachmittag Hausaufgabenhilfe für die Eltern, die kein Deutsch sprechen und die daher ihren Kindern im Hinblick auf die Aufgaben nicht wirklich helfen können.

Die Freunde meiner Kinder sind durch die Schule sowohl Peruaner und/ oder Deutsche.  Da sie noch relativ klein sind besteht ihr Freundeskreis noch in erster Linie aus den Kindern meiner Freundinnen.

Mussten Eure Kinder einen Aufnahmetest machen?

 

Letztes Jahr wurde hier in Peru ein Verbot ausgesprochen, dass verbietet, dass Kinder einen Aufnahmetest machen müssen. Wir wurden statt dessen als Eltern getestet.

Gibt es etwas, was Du anderen Eltern bei der Wahl der Schule unbedingt empfehlen würdest?

 

Ich würde empfehlen sich danach zu erkundigen ob in der Schule auf Kinder Rücksicht genommen wird, die nicht 100% ins Schema passen. An der deutschen Schule in Lima wird wiederholt darauf hingewiesen dass es sich um eine Leistungsschule handelt und nicht individuell Rücksicht genommen wird, was ich sehr traurig finde. Es gibt  aber  leider keine Alternative für uns.

Auch an Dich liebe Stella: Herzlichen Dank, dass Du uns in Deine Entscheidung für eine deutsche Schule hast blicken lassen. Viele liebe Gruesse nach Lima!

 

One thought on “An der Deutschen Schule in Lima, sprechen die Kinder viel Spanisch untereinander

  1. Das Interview schildert sehr genau, wie das Schulsystem zu meiner Zeit und wohl auch heute auf der „Alexander-von -Humboldt“-Schule in Lima aussieht.
    Es stimmt, das Schulsystem ist leistungsorientiert und anspruchsvoll, lässt aber wenig Freiraum für junge Menschen, die nicht in ein festgelegtes Schema passen. Individuelle, kreative Entfaltungsmöglichkeiten gab es kaum, wurden oft auch unterbunden.
    Der Anteil an peruanischen Stipendiaten, denen die hohen Schulgebühren bezahlt werden, ist anscheinend immer noch verschwindend gering.
    Damals wurde in der Secundaria (bis zur 11. Klasse) bilingual unterrichtet und beide Schulsysteme – das deutsche und peruanische – „kombiniert“. Dies führte oft zu einem überbordendem Lehrplan mit z.B. 3 Geschichtsfächern (Historia del Peru, Historia universal, Geschichte) und ständigen Zwischen- und jährlichen Abschlussprüfungen. Stoisches Auswendiglernen war (damals?) ein Muss.
    Aber aus eigener Erfahrung kann ich sagen: Wer dort weiterführend sein Abitur gemacht hat, war durchaus gut für deutsche FHs und Unis gewappnet.
    Sehr gut war, dass jeder nach einigen Jahren BEIDE Sprachen perfekt erlernt hat. Und dann gab es noch eine 3. , eigene Sprache – das „Humboldt-Deutsch“, eine Art „Speutsch“, das ganz natürlich auf den Schulhöfen entstanden ist. Ich sag nur „pásame tu Heft“ 🙂

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